Die Saison 2025/26 ist für die Herrenmannschaften des SV Bergheim beendet. Und sie hinterlässt ein gemischtes, aber insgesamt vielschichtiges Bild. Während sich die zweite Mannschaft in der A-Klasse Augsburg Mitte nach schwieriger Hinrunde zu einer der positiven Geschichten der Rückrunde entwickelte, landete die erste Mannschaft in der Kreisklasse Augsburg Süd mit Platz fünf zwar erneut im oberen Tabellenbereich, den eigenen Ansprüchen aber nicht ganz gerecht wurde.
solide, aber nicht genug für die eigenen Ansprüche
Die erste Mannschaft beendet die Saison in der Kreisklasse Augsburg Süd auf dem fünften Tabellenplatz. Nach 26 Spielen standen 44 Punkte, 13 Siege, fünf Unentschieden und acht Niederlagen zu Buche. Das Torverhältnis von 54:50 zeigt bereits, dass die Saison nicht immer stabil verlief.
In der Endtabelle lag der SV Bergheim damit im oberen Mittelfeld, allerdings deutlich hinter den beiden Spitzenteams. Auf die Aufstiegsplätze fehlten am Ende mehr als 20 Punkte (In der Kreisklasse Augsburg West hätte diese Ausbeute immerhin zur Aufstiegsrelegation gereicht). Gleichzeitig zeigt die Einordnung: In einer stark besetzten Kreisklasse Augsburg Süd war Platz fünf kein Absturz, aber gemessen an den eigenen Zielen zu wenig.

Auch historisch ordnet sich die Saison interessant ein. Nach der Meisterschaft in der A-Klasse 2022/23, Platz sieben in der ersten Kreisklassen-Saison 2023/24 und Platz vier in der Vorsaison bestätigte Bergheim zwar die Entwicklung der vergangenen Jahre, der ganz große Schritt nach oben blieb jedoch aus.
Guter Start, verlorene Topspiele, dünner Kader
Der Saisonstart machte zunächst Mut. Trotz mehrerer Abgänge im Sommer kam die Mannschaft gut aus den Startlöchern. Co-Trainer Kevin Brandl beschrieb die Anfangsphase als ordentlich bis stark: zehn Punkte aus den ersten vier Spielen, zwischenzeitlich Kontakt zur Tabellenspitze und ein spürbarer Hype im Umfeld.
Auch Kapitän Stefan Wegmann sah die Ausgangslage zunächst positiv. Zwar hätten die Abgänge vor allem in der Breite geschmerzt, dennoch sei die Mannschaft überzeugt gewesen, eine gute Saison spielen zu können. Der Pokalauftritt gegen Schwabegg, trotz Ausscheiden gegen einen Kreisligisten, habe zusätzlich Mut gemacht.
Der erste große Knick kam in den direkten Duellen mit den späteren Topteams. Gegen Kleinaitingen, Türkspor Augsburg II und Gold-Blau Augsburg ließ Bergheim wichtige Punkte liegen. Teilweise knapp, teilweise deutlich. Besonders bitter: In einzelnen Spielen führte der SVB, brachte die Partie aber nicht über die Zeit. Genau hier sahen mehrere Stimmen aus dem Team fehlende Reife, fehlende Breite und fehlende Konsequenz.
Ein wesentlicher Faktor für den Saisonverlauf war die personelle Situation. Bereits im Sommer musste die Mannschaft mehrere Abgänge verkraften und verfügte dadurch über weniger Kadertiefe als in den Vorjahren. Im Laufe der Saison kamen dann immer wieder verletzungsbedingte Ausfälle hinzu. Besonders die längeren Ausfälle von Tim Schneider und Bence Kast trafen die Mannschaft schwer, da beide zu den wichtigen Leistungsträgern zählen. Hinzu kamen weitere Ausfälle und der Winterabgang von David Reich, wodurch die personellen Optionen zunehmend schrumpften. Gerade in den entscheidenden Saisonphasen standen dem Trainerteam teilweise nur wenige Wechselmöglichkeiten zur Verfügung. Mehrfach mussten Spieler einspringen, um den Spieltagskader zu komplettieren. Die fehlende Kadertiefe machte sich insbesondere in den direkten Duellen mit den Spitzenteams bemerkbar und wurde von nahezu allen Beteiligten als einer der Hauptgründe genannt, warum der Angriff auf die Aufstiegsplätze letztlich nicht gelang.
Highlights und Tiefpunkte
Zu den sportlichen Highlights gehörten der 3:0-Sieg gegen den TSV Königsbrunn, mehrere stabile Auftritte gegen Pflichtgegner und die Derbys als besondere Erlebnisse vor großer Kulisse. Stefan Wegmann bezeichnete gerade die Derbys trotz der sportlichen Enttäuschung als persönliche Highlights, weil es etwas Besonderes sei, vor so vielen Zuschauern zu spielen.
Der Tiefpunkt war zweifellos die 0:6-Derbyniederlage beim FSV Inningen. Auch die schwache Phase im Mai mit den Spielen gegen Alba, Inningen und Schwabmünchen wurde intern deutlich kritisch bewertet. Solomon Jäckle sprach von einem „katastrophalen Mai“, Kevin Brandl davon, dass gegen Ende der Saft raus gewesen sei.
Zahlen der Ersten
Konstanz, aber zu wenig Ausschläge nach oben
Die Tabellenwerte zeigen eine Mannschaft, die insgesamt stabil punktete, aber in den entscheidenden Phasen nicht genug zulegte.
Hinrunde
- Platz 3
- 28:23 Tore
- 24 Punkte
Rückrunde
- Platz 5
- 26:27 Tore
- 20 Punkte
Heim
- Platz 6
- 28:24 Tore
- 21 Punkte
Auswärts
- Platz 4
- 26:26 Tore
- 23 Punkte
*Aufgrund einiger Nachholspiele sind die Tabellen nur eingeschränkt aussagekräftig.
Auffällig ist: Bergheim war auswärts etwas erfolgreicher als zuhause. Noch wichtiger aber ist der Blick auf Hin- und Rückrunde. Die Mannschaft startete als drittbestes Team in die Winterpause, konnte diese Ausgangsposition aber in der Rückrunde nicht veredeln.
Die Wintervorbereitung war ambitioniert. Weil auf dem Platz wenig möglich war, wurde viel im Athletikbereich gearbeitet – unter anderem im Panther Gym, bei TRX-Einheiten und durch individuelle Laufeinheiten. Der Start in die Rückrunde gelang zunächst ebenfalls ordentlich. Doch spätestens mit den Rückschlägen gegen direkte Konkurrenten und den schwierigen Wochen im Mai war der Blick nach oben endgültig verstellt.
In der Fairnesstabelle landete die erste Mannschaft auf Platz acht. 68 Gelbe Karten, zwei Gelb-Rote Karten und keine direkte Rote Karte zeigen: Die Mannschaft war nicht überhart, aber auch nicht ganz vorne im Fairplay-Ranking.
Das Offensivthema: gefährlich, aber ohne klassischen Knipser
Statistisch war Solomon Jäckle der prägende Offensivspieler der Saison. Mit 14 Toren und 9 Assists kam er auf 23 Scorerpunkte und war damit Topscorer der ersten Mannschaft. Dahinter folgten Daniel Troßmann und Enrico d’Almeida mit jeweils sieben Treffern, Moritz Mark und Bence Kast mit je fünf Toren.
Top-Torschützen
- Solomon Jäckle – 14 Tore
- Enrico d’Almeida – 7 Tore
- Daniel Troßmann – 7 Tore
- Moritz Mark – 5 Tore
- Bence Kast – 5 Tore
Beste Vorlagengeber
- Theo Brix – 9 Assists
- Solomon Jäckle – 9 Assists
- Tobias Haas – 6 Assists
- Bence Kast – 4 Assists
- Stefan Wegmann – 4 Assists
Dass ein zentraler Mittelfeldspieler und Innenverteidiger die interne Torschützenliste anführen, wurde von Kevin Brandl auch als Hinweis auf ein strukturelles Problem gesehen. Der Mannschaft fehle seit längerem ein echter Knipser. Bis ins letzte Drittel überzeugt die Mannschaft mit einem guten Vortrag, im Strafraum fehlen aber Tiefe, Ideen und Kaltschnäuzigkeit. Mit einem richtigen Goalgetter, wie ihn andere Spitzenteams besitzen, wären bestimmt 8–10 Tore mehr und somit weitere Punkte möglich gewesen. So war Bergheim vor allem über Standards immer wieder gefährlich, was die vielen Torbeteiligungen der Defensivleute erklärt.
Diese Einschätzung passt zu einer Mannschaft, die immerhin 54 Tore erzielte, in den großen Spielen aber häufig nicht zwingend genug war.
Dauerbrenner und Leistungsträger
Die meiste Spielzeit sammelte Torhüter Matthias Schmid, der mit 2.340 Minuten alle 26 Spiele absolvierte. Dahinter folgten Solomon Jäckle mit 2.291 Minuten, Enrico d’Almeida mit 2.111 Minuten, Stefan Wegmann mit 1.970 Minuten und Theo Brix mit 1.801 Minuten.
Meiste Einsatzminuten
- Matthias Schmid – 2.340 Minuten
- Solomon Jäckle – 2.291 Minuten
- Enrico d’Almeida – 2.111 Minuten
- Stefan Wegmann – 1.970 Minuten
- Theo Brix – 1.801 Minuten
Bei den Nominierungen für die Elf der Woche stachen Moritz Mark mit fünf Berufungen, Solomon Jäckle mit vier sowie David Reich mit drei Nominierungen heraus.
Fazit und Ausblick
In der Spitze stark, in der Breite zu dünn
Die erste Mannschaft des SV Bergheim spielte eine solide Saison, blieb aber hinter ihren eigenen Erwartungen zurück. Platz fünf ist objektiv ordentlich, subjektiv aber zu wenig, weil das Ziel vor der Saison höher lag. Verletzungen, Abgänge, fehlende Kadertiefe und verlorene Topspiele verhinderten den Angriff auf die Aufstiegsplätze.
Die wohl treffendste Zusammenfassung lieferte Kevin Brandl: In der Spitze sei die Mannschaft sehr gut, in der Breite aber zu dünn. Wenn zwei oder drei Schlüsselspieler fehlten, wurde es eng. Genau das zog sich durch die Saison.
Solomon Jäckle, Topscorer der ersten Mannschaft, bewertete die Saison klar kritisch. Das Ergebnis sei „sehr unzufriedenstellend“, vor allem mit Blick auf die Ziele vor der Saison. Die Ausfälle von Tim Schneider und Bence Kast hätten besonders in den wichtigen Spielen schwer gewogen und früh verhindert, dass ein echter Spannungsbogen Richtung Aufstieg entstehen konnte.
Stefan Wegmann zog ein etwas versöhnlicheres Fazit. Unter den Umständen sei er persönlich durchaus zufrieden. Die Mannschaft habe sich weiterentwickelt, einzelne Spieler hätten mehr Verantwortung übernommen und man habe trotz vieler Ausfälle im Vergleich zur Vorsaison punktetechnisch einen Schritt gemacht. Gleichzeitig sei klar: Für das eigentliche Ziel hat es nicht gereicht.
Gemeinsam mit der zweiten Mannschaften zeigte sich aber auch, worauf der SV Bergheim bauen kann: viele eigene Spieler, hohe Identifikation, starke Trainingsbereitschaft, junge Akteure mit Entwicklungspotenzial und ein Umfeld, das gerade bei Derbys und Heimspieltagen gezeigt hat, wie viel Energie im Verein steckt.
Entwicklung, Breite und Konstanz als Schlüssel
Für die neue Saison gehen die Einschätzungen leicht auseinander. Solomon Jäckle formuliert klar: Das Ziel müsse wieder Aufstieg heißen, diesmal aber mit letzter Konsequenz von Anfang an. Kevin Brandl warnt dagegen vor zu viel Druck und plädiert für Entwicklung, Förderung und ein Denken von Spiel zu Spiel. Stefan Wegmann sieht es ähnlich differenziert: Langfristig bleibt der Aufstieg das Ziel, kurzfristig hängt vieles davon ab, wie sich der Kader im Sommer entwickelt.
Um oben mitspielen zu können braucht es mehr Breite, mehr Konstanz und mehr Durchschlagskraft im letzten Drittel. Das Potenzial ist vorhanden, daran lassen die Stimmen aus der Mannschaft keinen Zweifel. Die Frage wird sein, ob es gelingt, dieses Potenzial über eine ganze Saison abzurufen – auch dann, wenn Leistungsträger fehlen.
Die Saison 2025/26 war damit kein perfektes Jahr – aber eines, aus dem alle Beteiligten viel mitnehmen können.
Und genau daraus kann beim SV Bergheim die nächste spannende Saison entstehen.

