2. Mannschaft Saisonrückblick

Die Saison 2025/26 ist für die Herrenmannschaften des SV Bergheim beendet. Und sie hinterlässt ein gemischtes, aber insgesamt vielschichtiges Bild. Während die erste Mannschaft in der Kreisklasse Augsburg Süd auf Platz fünf landete, entwickelte sich die zweite Mannschaft in der A-Klasse Augsburg Mitte nach schwieriger Hinrunde zu einer der positiven Geschichten der Rückrunde.

Vom Schlusslicht zur Mannschaft der Rückrunde

Während die erste Mannschaft eher mit einer verpassten Chance hadert, ist die Geschichte der zweiten Mannschaft deutlich positiver. Der SV Bergheim II beendet die Saison in der A-Klasse Augsburg Mitte auf Platz acht. 28 Punkte, neun Siege, ein Unentschieden und 14 Niederlagen stehen in der Endabrechnung. Das Torverhältnis von 41:61 zeigt zwar, dass defensiv noch Luft nach oben bleibt, doch die Entwicklung im Saisonverlauf war beeindruckend.

Denn zur Winterpause sah die Lage noch ganz anders aus.

Schwieriger Start trotz Traumauftakt

Die zweite Mannschaft startete mit einem echten Ausrufezeichen in die Saison: 6:1 gegen Bärenkeller, die am Ende der Sasion als Zweiter da stehen. Ein Ergebnis, das Selbstvertrauen gab und kurzzeitig hoffen ließ, dass es eine spannende Saison werden könnte.

Doch schnell folgte die Ernüchterung. Die Mannschaft verlor mehrere Spiele in Serie, rutschte tief in den Tabellenkeller und stand bis zum zwölften Spieltag sogar auf dem letzten Tabellenplatz mit 3 Punkten. Bis zur Winterpause konnten vier weitere gesammelt werden, also hatte Bergheim II zur Halbzeit lediglich sieben Punkte auf dem Konto.

Domenik Wirth, Vize-Kapitän der zweiten Mannschaft, beschrieb diese Phase sehr ehrlich. Man sei mit viel Aufwind gestartet, habe aber schnell gemerkt, dass weder die Kaderbreite noch das Mindset vorhanden waren, um oben mitzuspielen. Die Mannschaft sei vielleicht noch nicht bereit für die A-Klasse gewesen.

Auch Max Probst verwies auf die schwierige Anfangsphase. Nach dem Trainerwechsel mit drei neuen Trainern musste sich das Team erst finden. Gleichzeitig erschwerten Personalprobleme und schwere Verletzungen die Saison massiv. Mit Christoph Peger, Dan Daferner und Matthias Hofmann fielen gleich drei wichtige Stammkräfte mit schweren Knieverletzungen aus. Gute Besserung und schnelle Genesung an dieser Stelle.

Trainerwechsel, Trainingsbeteiligung und Teamgeist

Trotz der schwierigen Hinrunde blieb ein entscheidender Punkt positiv: die Trainingsbeteiligung und die Bereitschaft der Mannschaft. Trainer Lukas Martin betonte, dass eigentlich immer gut trainiert wurde und die Spieler weiter Bock hatten. Jeder habe gewusst, was in der Mannschaft steckt, nur auf den Platz habe man es zunächst nicht gebracht.

Genau daraus entwickelte sich später der Wendepunkt. Die Mannschaft wuchs zusammen, neue Spieler wurden integriert und die Gruppe fand ihre Identität.

Besonders stark war Lukas Martins Beschreibung des Charakters der zweiten Mannschaft: Spieler kommen nach der Arbeit, vor oder nach der Schicht, weil sie Lust auf Fußball haben. Es seien nicht alle aus dem identischen Freundeskreis oder besäßen gleiche Lebensumstände, aber auf dem Platz pushe man sich gegenseitig. Genau das zeichne die Zweite aus.

Auch die Integration neuer Spieler wurde mehrfach positiv hervorgehoben. Namen wie Jan, Eggi, Viktor oder Peter wurden als Beispiele genannt. Spieler, die schnell angekommen sind, regelmäßig trainierten und den Teamgeist stärkten.

Derbysieg als emotionaler Höhepunkt

Das klare Highlight der Saison war für mehrere Beteiligte der Derbysieg gegen den FSV Inningen II. Lukas Martin bezeichnete das Derby als emotionalen Höhepunkt. Nach der Niederlage im ersten Aufeinandertreffen habe die Mannschaft über Wochen darauf hingearbeitet, die Revanche zu holen.

Auch Max Probst nannte den Derbysieg als persönliches Highlight, besonders gemeinsam mit Ludwig Wagner auf dem Platz. Für die Mannschaft war dieser Erfolg mehr als nur ein Sieg. Er war ein Beleg dafür, dass sich die Gruppe entwickelt hatte.

Daneben gab es weitere starke Auftritte, unter anderem gegen Göggingen, Hammerschmiede oder Trenk. Gleichzeitig blieb die Saison eine Achterbahn. Lukas Martin verwies auch auf deutliche Niederlagen wie ein 1:6 gegen Hellas oder ein 1:7 gegen PSV. Gerade dieser Wechsel aus Rückschlägen und starken Reaktionen machte die Spielzeit der Zweiten aus.

Zahlen der Zweiten

Belege für den Umschwung

Die Entwicklung der zweiten Mannschaft wird besonders deutlich beim Blick auf Hin- und Rückrunde.

Hinrunde
  • Platz 12
  • 7 Punkte
  • 2 Siege
  • 1 Unentschieden
  • 9 Niederlagen
  • 18:31 Tore
Rückrunde
  • Platz 5
  • 21 Punkte
  • 7 Siege
  • 0 Unentschieden
  • 5 Niederlagen
  • 23:30 Tore
Heim
  • Platz 8
  • 12 Punkte
  • 4 Siege
  • 0 Unentschieden
  • 8 Niederlagen
  • 23:34 Tore
Auswärts
  • Platz 7
  • 16 Punkte
  • 5 Siege
  • 1 Unentschieden
  • 6 Niederlagen
  • 18:27 Tore

*Aufgrund einiger Nachholspiele sind die Tabellen nur eingeschränkt aussagekräftig.

Diese Zahlen erzählen die Saison fast von allein. Aus sieben Punkten in der Hinrunde wurden 21 Punkte in der Rückrunde. Aus einem Abstiegskandidaten wurde eine Mannschaft, die in der Rückrundentabelle auf Platz fünf landete.

Die Fairnesstabelle zeigt dagegen noch „Verbesserungspotenzial“. Bergheim II landete auf Platz elf von 13 Mannschaften, mit 52 Gelben Karten, drei Gelb-Roten Karten und keiner direkten Roten Karte.

Spielerstatistiken der Zweiten

Offensiv wurde die zweite Mannschaft vor allem von Gabriel Beier und Philipp Blech getragen. Gabriel Beier erzielte elf Tore, Philipp Blech acht. Gemeinsam kamen beide auf 19 der 41 Bergheimer Treffer.

Top-Torschützen
  • Gabriel Beier – 11 Tore
  • Philipp Blech – 8 Tore
  • Markus Kronet – 5 Tore
  • Daniel Wegmann – 4 Tore
  • Louis Blech – 3 Tore
Beste Vorlagengeber
  • Louis Blech – 3 Assists
  • Elias Edinger – 3 Assists
  • Markus Kronet – 2 Assists
  • Pavel Rybalkin – 2 Assists

Die Assists glänzen vermutlich nicht durch Vollständigkeit. Die Zuständigkeiten der FuPa-Pflege waren die Saison über nicht zweifelsfrei geklärt, wodurch der ein oder andere Scorer womöglich durch die Lappen gegangen ist. Definitiv auch ein Kritikpunkt der Saison, der in der Sommervorbereitung aufgearbeitet werden muss.

Meiste Einsatzminuten
  • Benjamin Meszaros – 1.980 Minuten
  • Domenik Wirth – 1.690 Minuten
  • Philipp Blech – 1.405 Minuten
  • Louis Blech – 1.332 Minuten
  • Maximilian Probst – 1.318 Minuten

Bei den Nominierungen für die Elf der Woche lagen Gabriel Beier, Philipp Blech und Louis Blech mit jeweils drei Berufungen vorne. Markus Kronet wurde zweimal nominiert.

Fazit und Ausblick

Ziel erreicht, Grundlage gelegt

Die zweite Mannschaft hat ihr wichtigstes Saisonziel erreicht. Nach einer schwierigen Hinrunde mit nur sieben Punkten zur Winterpause gelang es dem Team, sich in der Rückrunde deutlich zu steigern und den Klassenerhalt letztlich souverän zu sichern.

„Wir haben uns dann gerafft und eine souveräne Rückrunde gespielt“, fasst Vize-Kapitän Domenik Wirth die Entwicklung treffend zusammen. Besonders die starke zweite Saisonhälfte mit Platz fünf in der Rückrundentabelle zeigt, welchen Weg die Mannschaft in den vergangenen Monaten gegangen ist.

Für Trainer Lukas Martin war dabei vor allem der Zusammenhalt innerhalb des Teams entscheidend: „Jeder wusste, was wir eigentlich können.“ Aus einer Mannschaft im Umbruch wurde im Laufe der Saison eine gefestigte Einheit, die sich ihren Platz in der A-Klasse verdient hat.

Gemeinsam mit der ersten Mannschaft zeigte sich aber auch, worauf der SV Bergheim bauen kann: viele eigene Spieler, hohe Identifikation, starke Trainingsbereitschaft, junge Akteure mit Entwicklungspotenzial und ein Umfeld, das gerade bei Derbys und Heimspieltagen gezeigt hat, wie viel Energie im Verein steckt.

Entwicklung, Konstanz und der Blick zur Mitte

Nach dem erfolgreichen Klassenerhalt soll die Entwicklung weitergehen. „Das Ziel für nächste Saison ist auf jeden Fall, sich weiter im Mittelfeld zu etablieren, aber mit Blick nach oben“, sagt Domenik Wirth.

Max Probst sieht für die kommende Saison den Klassenerhalt als erstes Ziel, ebenfalls verbunden mit dem Wunsch, etwas weiter oben in der Tabelle zu landen. Wichtig werde sein, junge Spieler gut aufzunehmen und an den Herrenfußball heranzuführen.

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